Was ist Grenadill-Holz?
 
Wodurch unterscheidet es sich von anderen Hölzern?

Das Grenadill-Holz (botanischer Name: Dalbergia melanoxylon, Leg.-Papilionaceae) hat auf der Welt verschiedene Bezeichnungen. In seinem Ursprungsland Afrika wird es hauptsächlich "Mpingo" genannt. Im englischen Sprachgebiet heißt es "african blackwood" oder "grenadilla", im französischen nennt man es "grenadill d’afrique" oder "ébène mozambique", für die Portugiesen ist es "pao preto" (schwarzes Holz) und im deutschen Sprachraum sagt man "Grenadill".

Der portugiesische Seefahrer Vasco da Gama brachte 1502 das Grenadill aus Mozambique - als Ersatz für das teuere asiatische echte Ebenholz (Diospyros spp.,Ebenaceae) in sein Land. Häufig kommt es deshalb vor, dass Grenadill fälschlicherweise als Ebenholz bezeichnet wird. Ebenholz ist jedoch ein hartes, trockenes, und brüchiges Holz mit sehr geringem Öl- und Harzgehalt. Im Holzblasinstrumentenbau findet es deshalb heute kaum mehr Anwendung.

An dieser Stelle soll auch das Cocus-Holz (Brya ebenus) erwähnt werden, welches wegen seines ästhetischen Aussehens bekannt ist und der gleichen Familie (Leg.-Papilionaceae) wie Grenadill angehört. Aufgrund der sehr intensiven Nutzung dieser ohnehin seltenen Holzart, sind Importe zu einer großen Seltenheit geworden. Cocus ist ein trockenes Holz, mit einem geringen Ölgehalt. Es reißt deshalb leicht und kann aufgrund seiner Inhaltsstoffe heftige allergische Reaktionen auslösen.

Nach wie vor ist das Grenadill-Holz die 1. Wahl für Oboen, Klarinetten und Flöten. Besonders wegen seiner wasserabweisenden- und klanglich hervorragenden Eigenschaften. Bei der Herstellung meiner Flöten verzichte ich bewusst auf die Verwendung von Cocus- , Königsholz und anderen exotischen, ästhetisch schönen Hölzern. Aus meiner langjährigen Erfahrung kann ich die Verwendung von Grenadill als das für den Holzblasinstrumentbau am besten geeignete Holz nur bestätigen.


Holzbild

Der Stamm des Grenadillbaums wird vom Kern, der abgestorben ist, und dem lebendigen Splint gebildet. Sie sind farblich scharf abgegrenzt. Der Splint ist sehr schmal und gelblich und wird, da er für den Instrumentenbau wertlos ist, bereits am Fällort entfernt.

Das Rückgrat und damit verantwortlich für die Stabilität des Baumes ist der Holzkern des Stammes. Er ist außerordentlich hart und in ihm sind Abfallprodukte des Stoffwechsels abgelagert. Dadurch ist er reich an Inhaltsstoffen, Harzen und Ölen - den so genannten Kernstoffen. Sie bestimmen die Farbe und Struktur des Holzes und sind von der Bodenbeschaffenheit des jeweiligen Standorts abhängig. Die Farbe ist braun-violett bis schwarz, die Poren sind mittelgroß, verstreut und von dunklen Kernstoffen nahezu vollständig angefüllt, so dass die Flächen fast porenlos wirken.


Eigenschaften

Das Kernholz ist äußerst hart, sehr dicht und schwer und schwimmt wegen seines spezifischen Gewichtes von 1,3g/ccm nicht. Bei Trocknung schwindet Grenadill kaum.

Durch die Festigkeit, den Fettgehalt und die Engporigkeit - die eine glatte Oberflächen- behandlung erlaubt - nimmt Grenadill kaum Feuchtigkeit des Umfeldes auf und ist somit als das schwerste, dichteste, wasserabweisendste Holz für den Bau von Holzblasinstrumenten geradezu ideal. Allerdings erfordert es bei Auswahl und Verarbeitung umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen.

Flöten aus Grenadillholz haben einen "vollen, besonders in der Höhe angenehm klingenden Ton" (Th.Boehm). Die Klangfarbe wird als hell, tragend, klar, obertonreich und elegant charakterisiert.

 Für meine Flöten und Piccoli verwende ich nur sorgfältig ausgewähltes, lang abgelagertes, extrem feinporiges und schönes schwarzes Grenadill mit den besten klanglichen Eigenschaften. 


Vorkommen

Man findet den Grenadillbaum überwiegend in Zentral- und Ostafrika, hier besonders in Tansania und Mozambique. Er ist ein Baum der Trockenwälder und der Savanne und wird etwa 5 - 8 m hoch, der Stammdurchmesser beträgt bei ausgewachsenen Bäumen bis zu ca. 50 cm, die Stämme sind astfrei. Der Grenadillbaum wächst einzeln und eher nur sehr verstreut mit großen Abständen zwischen den einzelnen Bäumen, er hat eine ringförmige Krone, die Zweige sind dornig. Grenadill versamt sich von selbst und hat aufgrund der lockeren Bestände keine Mühe sich ungehindert zu entwickeln.

Die Wachstumsgebiete sind wegen der dortigen langen Trockenperioden, die der Grenadillbaum aber mühelos übersteht, schwach bevölkert.

Auf Grund seines langsamen Wuchses und des derzeit steigenden Verbrauchs, sowohl durch die einheimische Bevölkerung als auch durch die explosionsartig angestiegenen Massenproduktionen von Musikinstrumenten in Fernost, treten bereits ernste Engpässe in der Versorgung mit Grenadill-Holz auf.

Durch die hohe Nachfrage nach diesem Holz kam es vielerorts zu illegaler Abholzung.
Einige Organisationen haben sich zum Ziel gemacht die Art zu schützen, illegale Abholzung einzudämmen und nur nachhaltige Waldwirtschaft zu betreiben.

Nachschub für unseren Holzlagervorrat wird ausschließlich aus überprüfbarer und legaler Waldwirtschaft bezogen!


Seit dem 2. Jan. 2017 unterliegt Dalbergia melanoxylon/Grenadill-Holz dem Schutzstatus der CITES.

Die in Johannesburg stattgefundene Artenschutzkonferenz  beschloss, eine Vielzahl von Hölzern unter den umfassenden Schutz des Anhangs II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES zu stellen. Die Einstufung ist als Reaktion auf den jahrelangen Raubbau und illegalen Handel zurückzuführen und wird in der Zukunft die Gewinnung und den Handel wertvoller Holzsorten auf legaler Ebene nachvollziehbar machen.
Als Hersteller sind wir zukünftig verpflichtet, über jedes Instrument, jedes Stück Holz Buch zu führen.
Welche Auswirkungen hat diese Neuregelung auf die Musiker?

Für den reinen Besitz sind, mit Ausnahme der Rechnung, keine speziellen Nachweisdokumente erforderlich.
Rechnung /Nachweisdokument: Die Rechnung ist zum Nachweis zwingend aufzubewahren.
Kunden, die vor Beginn der neuen Regelung (vor 02.01.2017) ein Instrument bei uns erworben haben, können dies anhand des Datums der Rechnung (als Vorerwerbsware) nachweisen.
Für nach dem 02.01.2017 erworbene Instrumente, stellen wir eine Rechnung mit genauen Angaben aus, welche belegt das CITES II-legales Holz verwendet wurde.
Weitere Dokumente seitens des Kunden sind nicht erforderlich.
Verkauf innerhalb der EU:
Möchten Sie ihr Instrument weiterverkaufen, so ist ein Nachweisdokument zu empfehlen. Dies ist in aller Regel die Rechnung oder eine Bestätigung vom Instrumentenbauer ("Declaration of materials") auf der die Instrument-Ident. Nr., Baujahr und die Verwendung legaler CITES II Hölzer bestätigt wird.
Sollte kein Nachweis vorliegen, kann der Zoll oder die örtliche zuständige Landesbehörde Produkte beschlagnahmen, wenn diese von Privat zum Verkauf angeboten werden.
Reisen innerhalb der EU:
Bei Reisen innerhalb der EU sind keine Vorkehrungen zu treffen.
Reisen in Nicht-EU Länder / Probleme am Zoll:
Bei der Reise in ein Nicht-EU Land ist die Mitnahme von Musikinstrumenten, welche betroffene Hölzer (Dalbergia melanoxylon/Grenadill) beinhalten, ohne Vorlage von Dokumenten vom BfN gestattet. Diese Ausnahme gilt nur für:
"Nicht kommerzieller Handel mit einem Maximalgewicht von 10 kg pro Sendung".
(CITES Anhang II, Fußnote: #15, Punkt b).
In unseren Fällen beträgt das Holzgewicht pro Instrument: bei Piccoloflöte 60g / 0,06kg und bei Holzflöte mit H-Fuß 220g / 0,22kg.
Um Diskussionen beim Zoll zu vermeiden, empfiehlt es sich, unbedingt die Rechnung oder/und ein "Declaration of materials" vom Instrumentenmacher mitzuführen.

Viele Fragen insbesondere zu der Anwendung und Praxis im Ausland betreffend Musikinstrumente und CITES sind noch offen. Es empfiehlt sich deshalb auf jeden Fall, vorgängig Erkundigungen im Zielland einzuholen. 


Weitere Informationen:

  • Informationen des Bundesamtes für Naturschutz Das Bundesamt für Naturschutz ist die deutsche Vollzugsbehörde für die Umsetzung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens ( WA =CITES) in der Bundesrepublik Deutschland.

  • Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen WA CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora).

Weiterführende Weblinks:

 
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